Lehrter Anzeiger vom 19.09.2016 / Megahub: Die Kritik ist massiv


Stadt sieht in den neuen Planunterlagen gravierende Mängel – Politiker tagen heute

Von Achim Gückel

Die Debatte um die Auswirkungen des geplanten Megahub-Containerterminals zwischen Lehrte und Ahlten wird heftiger. Die Stadt Lehrte hat jetzt ihre Stellungnahme zu den aktualisierten Planungsunterlagen der Bahn vorgelegt. Darin hagelt es Kritik. Heute Abend befassen sich Lehrtes Politiker mit dem Thema.
Lehrte. Nicht nachvollziehbar, kurzsichtig, vielleicht sogar juristisch falsch, nicht plausibel, unbegründet, unzutreffend, fehlerhaft: Das sind einige der Formulierungen, mit denen die Stadt die aktualisierten Planunterlagen der Bahn für den gigantischen Containerumschlagplatz Megahub kommentiert. Unter anderem seien die Schallgutachten des Unternehmens in vielen Teilen nicht nachvollziehbar. Das habe ein von der Stadt beauftragtes Gutachterbüro aus Bremerhaven auch so bestätigt, heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus. Unter anderem seien die Berechnungen für den Lärm, der von nächtlichem Lastwagenverkehr am Megahub ausgeht, völlig unter den Tisch gefallen.
Auch mit den Neuberechnungen, welche die Bahn zu den Auswirkungen des Megahub auf den Straßenverkehr macht, ist die Verwaltung absolut nicht einverstanden. Sie kritisiert, dass die Bahn weiterhin pauschal die Autobahn 2 als deutlich vorherrschende Route für die An- und Abfahrten der Lastwagen annimmt. Das Unternehmen geht von 640 Lastwagenbewegungen am Tag aus. 460 davon entfielen auf die A 2, nur 16 auf die B  443 und B 65, der Rest sei Kurzstreckenverkehr zu den Speditionen am Westrand Lehrtes.
Dieser Rechnung glaubt die Stadtverwaltung nicht. Sie weist auf eine schon jetzt hoffnungslos überlastete A 2 und die vielen Staus auf der Hauptverkehrsader hin. Dass die meisten Lastwagenfahrer ausgerechnet diese Route wählen würden, sei eine „falsche Annahme“, heißt es in der Stellungnahme. Die Stadt fordert daher ein knallhartes Lenkungskonzept, dass die Lastwagen insbesondere von der Landesstraße 385 zwischen der Kernstadt und Ahlten fernhält.
Auch in Sachen Brand- und Katastrophenschutz komme die Bahn zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen, meint die Stadt. Bei ABC-Einsätzen auf dem Gelände gehe man zum Beispiel rein planerisch nur von kleinen Gefahrenlagen aus. Das gehe so nicht, meint auch die Lehrter Feuerwehr.
Verschiedene Brandszenarien habe die Bahn darüber hinaus als derart unwahrscheinlich eingestuft, dass sie erst gar nicht untersucht wurden, heißt es – etwa der Übergriff von Feuer auf die Ladung von Lastwagen oder Zügen sowie auf Zwischenlager.
Es gibt also in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Umweltausschusses am heutigen Montag ab 17 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße, viel zu bereden. Dort sprechen die Kommunalpolitker über die 14-seitige Stellungnahme der Stadt zu den Auswirkungen des Megahub. Die Sitzung ist öffentlich.

Quelle: Lehrte Anzeiger vom 19.09.2016

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