Watsche für die Deutsche Bahn


Quelle: Lehrter Anzeiger vom 22.11.2016

Von Oliver Kühn

Megahub: Bundesrechnungshof will dem Projekt in Ahlten keine Zuschüsse mehr geben
Das ist Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative Megaleise und der Stadt: Der Bundesrechnungshof hat den geplanten Megahub, den riesigen Containerumschlagplatz der Deutschen Bahn in Ahlten, als „ungeeignete Pilotanlage“ bezeichnet und empfiehlt, diesen nicht weiter mit Bundesmitteln zu finanzieren.

ahlten. Auch das Bundesverkehrsministerium kommt in dem Bericht nicht gut weg. „Das Ministerium hält daran fest, eine neuartige Anlage für den Containerumschlag als Pilotanlage zu fördern, obwohl sie sich hierfür nicht mehr eignet“, heißt es wörtlich. Der geplante Megahub mit Krananlage, vollautomatischer Sortieranlage und sechs Gleisen soll 100 Millionen Euro kosten. Bahn und Ministerium haben dagegen angekündigt, an ihren Plänen festzuhalten.

Megahubs seien noch nicht erprobte Anlagen für den Umschlag zwischen Güterzügen und Lastkraftwagen, urteilt der Bundesrechnungshof. Nun wolle das Ministerium zeitgleich zwei Megahubs in Lehrte und Duisburg finanzieren – obwohl bisher nicht nachgewiesen sei, dass solche Anlagen wirksam und wirtschaftlich sind. Dieser Nachweis könne mit der Anlage in Duisburg wesentlich schneller und kostengünstiger erprobt werden.

BI-Sprecher Maik Reiß nimmt die Entwicklung zufrieden zur Kenntnis: „Das schlägt in unsere Kerbe.“ Der Bundesrechnungshof habe nun grundsätzlich festgestellt, dass das Projekt in Ahlten nicht passe. Gerade beim Lärmschutz habe die Bahn schlecht gearbeitet und aktuelle Gesetze ignoriert. „Wenn die Bahn jetzt trotzdem bauen will, ist die Politik gefordert“, sagt Reiß.

Auch die Stadt fühlt sich durch den Hinweis des Bundesrechnungshofs bestätigt, dass „veränderte Rahmenbedingungen“ zu der Beurteilung geführt hätten. Darauf hatte die Stadt in ihrer Stellungnahme hingewiesen, die vom Rat einhellig verabschiedet wurde: Die Planungen seien so oft verändert worden, dass ein ganz neues Planfeststellungsverfahren eröffnet werden müsste, sagt Sprecher Fabian Nolting.

Das Eisenbahnbundesamt, das letztlich über den Megahub-Bau entscheidet, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Megahub Lehrte: Millionenprojekt ohne Nutzen?


„[…] Nun hat der Bundesrechnungshof das Projekt in die Mangel genommen und beklagt, dass dessen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen seien. Der Bau eines ähnlichen Megahubs in Duisburg reiche zunächst aus. […]“, so berichtet der NDR in diesem Artikel.

Aber Bahn und Bund lassen sich von so etwas nicht beirren. Egal, ob wirtschaftlich oder nicht! „[…] An den Plänen wird sich dennoch wohl nichts ändern. Das haben Bundesverkehrsministerium und Deutsche Bahn bereits angekündigt. Der Probebetrieb soll Ende 2018 beginnen, der offizielle Betrieb 2019. Die Bahn hofft, dass der Hub den „kombinierten Verkehr“ verbessert. […]“, so der NDR weiter.

Der Bahn die Stirn bieten Bürgerinitiativen agieren gemeinsam


Quelle: Lehrter Anzeiger vom 07.10.2016
von Oliver Kühn

Wegen der prognostizierten deutlichen Zunahme des Bahnverkehrs auf den Strecken zwischen Celle und Hildesheim üben drei Bürgerinitiativen (BI) aus Lehrte und Burgdorf den Schulterschluss: Künftig wollen das Infrastrukturforum StARK (Steinwedel, Aligse, Röddensen und Kolshorn) aus Steinwedel, MegaLeise aus Ahlten sowie BIOS aus Otze eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen.

Der Schulterschluss war beim Drachenfest in Steinwedel entstanden. Ein erstes Projekt war die Zugzählung, über die StARK am Montag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Steinwedel, Ramhorster Straße 21, berichten will. Dazu ist ein Vertreter der Burgdorfer Initiative eingeladen. Außer dem Thema Lärm und der Blockverdichtung auf den Strecken Hannover–Celle und Celle–Hildesheim macht den Aligsern und Steinwedelern vor allem der beschrankte Bahnübergang in Aligse Sorgen. Viele befürchten, dann ständig vor heruntergelassenen Schranken zu stehen.

Dennoch sei die Resonanz seit den Anfängen im April mehr als bescheiden, bedauert StARK-Sprecher Udo Rösler: „Es ist enttäuschend, wie wenige Bürger von den Aktivitäten bisher Kenntnis genommen haben und wie gering die Bereitschaft zum aktiven Mitmachen ist.“

Lehrter Anzeiger vom 24.09.2016 / Heftige Kritik: Rat verabschiedet Megahub-Papier


14 Seiten stark und gespickt mit heftiger Kritik: So sieht die Stellungnahme der Stadt Lehrte zur zweiten Planänderung für den geplanten Megahub-Containerterminal aus. Der Rat hat das Papier jetzt einmütig verabschiedet. Mehrere Redner hatten sich zuvor massiv über die neuen Pläne der Bahn beschwert.
Seit 20 Jahren gebe es immer wieder Änderungen an den Plänen für den Megahub, sagte Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Burkhard Hoppe (SPD) im Rat. Das Vorgehen der Bahn sei eine „Salamitaktik“, mit der das Unternehmen die Stadt immer stärker unter Druck setze und im Endeffekt die Bürger belaste.
Als Beispiel nannte der Sozialdemokrat die Annahme der Bahn, der Lastverkehr vom und zum geplanten Containerterminal westlich von Lehrte werde sich zum weit überwiegenden Teil über die Autobahn 2 abspielen. „Nein, die Lastwagen fahren nicht da lang, sondern über die B 65 und die Landesstraße bei Ahlten“, sagte Hoppe. Das bedeute massive zusätzliche Belastungen durch Lärm und Verkehr.

Noch schärfer wurde Ronald Schütz von den Grünen. Die Bahn sei immer weniger gesprächsbereit und erwecke den Eindruck, Lehrte habe keine Bedeutung mehr. Der Lärmschutz, etwa an den Bahnanlagen nahe dem geplanten Terminal, spiele „keine Rolle“, die Bahn rechne sich Lärmwerte künstlich schön, und ihre Vertreter lieferten bei öffentlichen Veranstaltungen in Lehrte ein Bild ab, das „eine Katastrophe“ sei, sagte Schütz.

In ihrer Stellungnahme bemängelt die Stadt eine Vielzahl von Details in den Planungen der Bahn. Die meisten Kritikpunkte gibt es beim Lärmschutz, der Verkehrsführung für Lastwagen sowie dem Brand- und Katastrophenschutz.

Christdemokrat Armin Hapke betonte, der Rat müsse alles dafür tun, die Auswirkungen des Megahub auf die Bürger so gering wie möglich zu halten: „Denn Lärm macht krank, und die Auswirkungen des Megahub werden uns auf Jahrzehnte begleiten. Wir müssen also dringend modernste Maßstäbe an die Anlage ansetzen.“

Welchen Einfluss die Stellungnahme der Stadt auf die Pläne der Bahn hat, entscheidet nun die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt. Kritiker der Bahnpläne meinen, dass wegen der vielen Änderungen in den Megahub-Plänen im Extremfall ein vollständig neues Planfeststellungsverfahren her muss. Das würde den Bau um viele Jahre verzögern.
Bürgerinitiative übergibt 440 Einwendungen

Die Bürgerinitiative (BI) MegaLeise aus Ahlten hat gestern die ersten 440 Einwendungen gegen den Megahub im Bürgerbüro der Stadt abgegeben. Die meisten haben dazu ihre Unterschriften auf Listen abgegeben oder das Musterschreiben der BI genutzt. Doch es seien noch Listen im Umlauf, sagt Sprecher Maik Reiß. Er wisse noch von mindestens 100 weiteren Ahltenern, die Einwände gegen das 100-Millionen-Euro-Projekt haben. Denn die Empörung sei in weiten Teilen der Anwohnerschaft inzwischen sehr groß: „Niemand lässt sich gerne zweimal mit denselben Milchmädchenrechnungen für dumm verkaufen.“ Einwände müssen bis spätestens Mittwoch, 28. September, 12 Uhr, im Bürgerbüro der Stadt, Rathausplatz 1, vorliegen.

Von Achim Gückel

Quelle: http://t.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Lehrte/Nachrichten/Der-Rat-der-Stadt-Lehrte-verabschiedet-die-Stellungnahme-zur-zweiten-Planaenderung-des-Megahub-Containerterminals

Lehrter Anzeiger vom 21.09.2016 / Genehmigung auf der Kippe?


Megahub: Bahn ändert Planung zum zweiten Mal, Stadt Lehrte fordert neues Verfahren

Muss das Verfahren für den geplanten Containerumschlagplatz Megahub der Deutschen Bahn bei Ahlten neu aufgerollt werden? Die Stadt Lehrte jedenfalls sieht in der zweiten Planänderung eine komplett neue Planung mit vielen handwerklichen Fehlern, die „die Genehmigungsfrage vollständig neu aufwirft“. Nun muss das Eisenbahnbundesamt entscheiden.

VON OLIVER KÜHN

Durch den geplanten Megahub wird der Bahnverkehr in Ahlten (im Hintergrund) deutlich zunehmen – und damit auch der Lärm.Kühn/Archiv

Lehrte. Bei der gemeinsamen Sitzung des Ortsrats Ahlten mit dem Bau- und dem Umweltausschuss ließ Stadtbaurat Burkhard Pietsch in der Stellungnahme der Stadt keine Zweifel offen: „Für uns handelt es sich bei der zweiten Planänderung um eine Neuplanung.“ Die seit 2005 diskutierte Technik sei in der jetzt vorgelegten Änderung „komplett ausgetauscht“ und der Umfang des Megahubs „räumlich deutlich ausgeweitet“ worden. Die Lehrter Politiker haben diese Stellungnahme einmütig mitgetragen. Entscheiden muss darüber aber das Eisenbahnbundesamt. Und da wird es spannend: Denn die Behörde hatte im Vorfeld geäußert, dass sie in den Änderungen keinen Neuansatz der Planung sehe.

Vor allem beim zentralen Konfliktpunkt – dem Thema Lärm – kam die Bahn nicht gut weg. Schallgutachter Frank Dittmar warf dem Unternehmen zahlreiche handwerkliche Mängel vor: Es habe veraltete Gesetzesvorschriften angewandt und rechne damit den Lärm schön. „Das ermöglicht eventuell Klagen“, meint Dittmar. Weil der Zugverkehr stark zunehme, werde es in Ahlten mit einem 8 bis 9 Dezibel höheren Pegel also „deutlich lauter“ als angegeben.

„In zwei Fällen liegt man über den Grenzwerten“, betonte Dittmar. Gleiches gelte für den Straßenverkehr, bei dem der Lastwagenverkehr in der Nachtzeit nicht berücksichtigt worden sei. Auch die Berechnung für den Betrieb des Megahubs selbst seien teils weder plausibel noch überprüfbar und sogar fehlerhaft. „Da hat sich die Bahn bei den Pegeln verrechnet.“

Auch die schwammigen Prognosen der Bahn sind der Stadt zu ungenau. Sie fordert deshalb, eine maximal zulässige Umschlagmenge festzulegen, kontinuierliche Lärmmessungen und eine Verkehrszählung nach Inbetriebnahme des Megahubs. Insgesamt sei das Gebot der „planmäßigen Konfliktbewältigung“ nicht eingehalten worden, resümierte Stadtbaurat Pietsch. Auf die Frage an Bahnvertreter Andreas Witzel, ob er zu den Vorwürfen Stellung nehmen wolle, schüttelte dieser nur den Kopf.

So zeigten sich Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich und SPD-Ratsherr Burkhard Hoppe enttäuscht von der Bahn. Sie warfen dem Unternehmen vor, seine Glaubwürdigkeit verloren zu haben. Man sei nicht gegen den Megahub, wolle aber den bestmöglichen Schutz für die Menschen.

Einspruchsfrist

BI hält Musterschreiben vor

Die Einspruchsfrist für das zweite Planänderungsverfahren für den Megahub endet am nächsten Mittwoch, 28. September. Für Betroffene und andere interessierte Anwohner hat die Ahltener Bürgerinitiative MegaLeise Musterschreiben entworfen, die bis zu diesem Termin bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vorliegen müssen. Sie können von der Internetseite megaleise.wordpress.com heruntergeladen werden. Die Unterlagen können aber auch direkt bei der Stadt im Bürgerbüro, Rathausplatz 1, abgegeben werden.

Alternativ können korrekt adressierte und verschlossene Umschläge auch bis spätestens Sonntag, 25. September, bei MegaLeise-Sprecher Maik Reiß, Nordlicht 24, eingeworfen werden.

Quelle: Lehrte Anzeiger vom 21.09.2016

Lehrter Anzeiger vom 19.09.2016 / Megahub: Die Kritik ist massiv


Stadt sieht in den neuen Planunterlagen gravierende Mängel – Politiker tagen heute

Von Achim Gückel

Die Debatte um die Auswirkungen des geplanten Megahub-Containerterminals zwischen Lehrte und Ahlten wird heftiger. Die Stadt Lehrte hat jetzt ihre Stellungnahme zu den aktualisierten Planungsunterlagen der Bahn vorgelegt. Darin hagelt es Kritik. Heute Abend befassen sich Lehrtes Politiker mit dem Thema.
Lehrte. Nicht nachvollziehbar, kurzsichtig, vielleicht sogar juristisch falsch, nicht plausibel, unbegründet, unzutreffend, fehlerhaft: Das sind einige der Formulierungen, mit denen die Stadt die aktualisierten Planunterlagen der Bahn für den gigantischen Containerumschlagplatz Megahub kommentiert. Unter anderem seien die Schallgutachten des Unternehmens in vielen Teilen nicht nachvollziehbar. Das habe ein von der Stadt beauftragtes Gutachterbüro aus Bremerhaven auch so bestätigt, heißt es in der Stellungnahme aus dem Rathaus. Unter anderem seien die Berechnungen für den Lärm, der von nächtlichem Lastwagenverkehr am Megahub ausgeht, völlig unter den Tisch gefallen.
Auch mit den Neuberechnungen, welche die Bahn zu den Auswirkungen des Megahub auf den Straßenverkehr macht, ist die Verwaltung absolut nicht einverstanden. Sie kritisiert, dass die Bahn weiterhin pauschal die Autobahn 2 als deutlich vorherrschende Route für die An- und Abfahrten der Lastwagen annimmt. Das Unternehmen geht von 640 Lastwagenbewegungen am Tag aus. 460 davon entfielen auf die A 2, nur 16 auf die B  443 und B 65, der Rest sei Kurzstreckenverkehr zu den Speditionen am Westrand Lehrtes.
Dieser Rechnung glaubt die Stadtverwaltung nicht. Sie weist auf eine schon jetzt hoffnungslos überlastete A 2 und die vielen Staus auf der Hauptverkehrsader hin. Dass die meisten Lastwagenfahrer ausgerechnet diese Route wählen würden, sei eine „falsche Annahme“, heißt es in der Stellungnahme. Die Stadt fordert daher ein knallhartes Lenkungskonzept, dass die Lastwagen insbesondere von der Landesstraße 385 zwischen der Kernstadt und Ahlten fernhält.
Auch in Sachen Brand- und Katastrophenschutz komme die Bahn zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen, meint die Stadt. Bei ABC-Einsätzen auf dem Gelände gehe man zum Beispiel rein planerisch nur von kleinen Gefahrenlagen aus. Das gehe so nicht, meint auch die Lehrter Feuerwehr.
Verschiedene Brandszenarien habe die Bahn darüber hinaus als derart unwahrscheinlich eingestuft, dass sie erst gar nicht untersucht wurden, heißt es – etwa der Übergriff von Feuer auf die Ladung von Lastwagen oder Zügen sowie auf Zwischenlager.
Es gibt also in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Umweltausschusses am heutigen Montag ab 17 Uhr im Kurt-Hirschfeld-Forum, Burgdorfer Straße, viel zu bereden. Dort sprechen die Kommunalpolitker über die 14-seitige Stellungnahme der Stadt zu den Auswirkungen des Megahub. Die Sitzung ist öffentlich.

Quelle: Lehrte Anzeiger vom 19.09.2016

Grüne beklagen Rechentricks der Bahn – Bundespolitiker will helfen


Quelle: Anzeiger vom 24.08.2016

Bei einem Ortstermin mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler nahm sein Lehrter Parteikollege und Ratsfraktionsvorsitzender Roland Schütz zu den Planänderungen der Bahn für den Megahub kein Blatt vor den Mund: „Die Bahn geht mit dem Lärm nicht sauber um, das sind Rechentricks.“ Weil der Schall gemittelt werde, werde aus einer schallenden Ohrfeige nach einer halben Stunde eine Streicheleinheit, nannte er als Vergleich.
Ähnlich urteilt Maik Reiß von der Ahltener Bürgerinitiative (BI) Megaleise: „Viele Schallquellen wie etwa die Kühlcontainer mit eigenen Aggregaten wurden gar nicht aufgenommen.“ Bei den Berechnungen ende der Schall „komischerweise immer am Gartenzaun“.
Kindler, Sprecher für Haushaltspolitik mit Schwerpunkt Verkehrswegeplanung, betonte, dass ein optimaler Lärmschutz beim Megahub im Vordergrund stehen müsse. Die Bahn setze sich oftmals über die Bedürfnisse der Bürger hinweg und schöpfe Mittel für Lärmschutz nicht aus. „Hier kommt das Bundesverkehrsministerium seiner Aufsichtspflicht nicht nach.“ Er versprach, bei Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Alexander Dobrindt nachzuhaken. Die BI leiste hier wertvolle Arbeit.

Schutz nur für die Schillerstraße

Bahn informiert über Megahub – BI Megaleise appelliert an die Bürger, aktiv zu werden

VON OLIVER KÜHN

Ein Jahr lang hat die Deutsche Bahn Bedenken, Einwände und Anregungen für den geplanten Containerumschlagplatz Megahub in Ahlten gesichtet und in das zweite Planfeststellungsverfahren eingearbeitet. Fazit: Beim Lärm werden bis auf zwei Ausnahmen alle Grenzwerte eingehalten. Die Grünen und die Bürgerinitiative Megaleise dagegen sprechen von Rechentricks.

Lehrte. Als einzige neue bauliche Anlage hat die Bahn bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Kurt-Hirschfeld-Forum eine Verlängerung der Lärmschutzwand im Bereich Schillerstraße 44 bis 51 angeboten. „Dort gibt es neue Ansprüche auf Lärmschutz“, sagte Bahnvertreter Andreas Witzel. Die Wand werde um 100 Meter in Richtung Westen erweitert und habe statt bisher zwei Meter dann eine Höhe von 2,50 Meter. Die alte Lärmschutzwand werde aber nicht erhöht, weil sie nicht aufgestockt werden könne, sondern abgerissen werden müsste – was der Bahn zu teuer ist. Das Eisenbahnbundesamt könnte allerdings noch eine Nachbesserung fordern.
Sonst bekommt nur noch ein Wohnhaus am Eisenbahnlängsweg 4 Schallschutzfenster und ein neues Dach – der Lärm im Freien spielt für die Bahn dagegen keine Rolle. Die Frage aus der Politik, ob ein automatisches Monitoring wie in Bremerhaven vorgesehen sei, das etwa Lärm und Schadstoffe aufzeichnet, verneinte die Bahn. Man halte in puncto Lärm, Licht, Schadstoffe und Verkehr alle Grenzwerte ein. Während der Bauarbeiten müssen alle Hauseigentümer, die weniger als 50 Meter entfernt wohnen, zudem selbst tätig werden und eine sogenannte bauliche Beweissicherung beantragen, um später Schäden dokumentieren und eine mögliche Entschädigung einfordern zu können.
Der Megahub soll fünf Züge am Tag und 16 Güterzüge in der Nacht aufnehmen – jeder zwischen 600 und 700 Meter lang. Dazu kommen laut Berechnung der Bahn 640 Lastwagenfahrten am Tag. Die Stadt überlegt deshalb, die Ausfahrt vom Megahub zur Europastraße so auszuzeichnen, dass Lastwagen direkt auf die A 2 geführt werden. Was passiert, wenn es dort einen Stau gibt, blieb offen.
Maik Reiß von der Bürgerinitiative Megaleise appellierte an die rund 100 Zuhörer, aktiv zu werden: „Was wir jetzt nicht erreichen, schaffen wir später auch politisch nicht mehr.“ Tatsächlich hat die Bahn am Montag bestätigt, dass es bereits Pläne für eine zweite Ausbaustufe des Megahub gebe. Deren Verwirklichung könne aber noch 30 Jahre dauern, sagte Witzel.

Bürgerbeteiligung kaum bekannt: Kritik an Online-Plattform des Eisenbahnbundesamtes zum Lärm an Schienenstrecken


Mit der Bitte an jeden, sich zu beteiligen. Wie es geht, steht im gestrigen Artikel von Maik.

Quelle: Anzeiger vom 24.11.2015

Von Oliver Kühn

Die Lärmaktionsplanung des Eisenbahnbundesamtes geht in die zweite Phase. Bereits im Sommer konnten Bürger, Kommunen und Verbände bei einer Öffentlichkeitsbeteiligung im Internet mitteilen, wo sie sich von Lärm gestört oder belästigt fühlen. Nun sollen sie Rückmeldungen geben, inwieweit ihre Angaben aufgenommen wurden. Die Frist läuft bis 15. Dezember – doch ist dies kaum bekannt.
Lehrte/Sehnde. Die Ergebnisse sollen in den Pilot-Lärmaktionsplan für Haupteisenbahnstrecken einfließen, den das Eisenbahnbundesamt ab 2018 umsetzen will. Die Bahn will nämlich den Güterverkehr auf der Strecke Celle-Lehrte auf täglich 200 Züge verdoppeln. In der jetzigen zweiten Phase können Bürger im Internet auf laermaktionsplanung-schiene.de ihre Zufriedenheit mit bereits getroffenem Lärmschutz äußern. Lehrte als Eisenbahnknotenpunkt ist besonders stark betroffen – doch hat die Stadt von dieser Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung wieder nur durch Zufall erfahren. „Wir wurden nicht direkt informiert“, beklagt Stadtsprecher Fabian Nolting.

Das hatte bereits bei der ersten Phase für Unmut gesorgt. Auch damals hatten die Städte Lehrte und Sehnde nur durch Zufall von der Beteiligungsmöglichkeit erfahren und deshalb für das nächste Mal Vorabinformationen gefordert – offensichtlich vergeblich. Um ihren Bürgern eine Einflussnahme zu ermöglichen, haben beide Kommunen Informationen auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Auch die Bürgerinitiative Megaleise Lehrte hatte die schlechte Informationspolitik kritisiert und den Eindruck gewonnen, dass eine Beteiligung offenbar eher unerwünscht sei.

Aus der Politik bekommen die Initiativen Unterstützung. Obwohl die Lärmbelastung in Lehrte „extrem“ sei, hätten sich in der ersten Phase nur 171 Lehrter beteiligt, bedauert Herbert Behrens, Obmann der Linksfraktion im Verkehrsausschuss des Bundestages. In Sehnde waren es sogar nur rund 20. Der örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch ruft Bürger deshalb zur Beteiligung auf: „Gerade Initiativen, die bislang keinen Erfolg hatten, sollten das nutzen.“

Megahub: Rat rügt die Bahn


Quelle: HAZ Anzeiger Lehrte vom 08.05.2015

Lehrtes Stellungnahme zu neuen Planungen steckt voller umfangreicher Kritikpunkte
Von Achim Gückel

Besserer Brandschutz, mehr Schutz vor Lärm, klare Aussagen zur Parksituation von Lkw: All dieses und noch einiges mehr fordert die Stadt Lehrte in Bezug auf die nachgebesserten Planungen der Bahn für die Meghub-Anlage. Der Rat segnete jetzt eine entsprechende Stellungnahme einmütig ab.

LEhrte. Lehrtes Kommunalpolitiker geizten am Mittwochabend nicht mit Kritik an der Bahn. Die geplanten Parkplätze für Lastwagen seien „viel zu knapp bemessen“, sagte Hans-Jürgen Licht (SPD). Die Interessen der Lehrter Bürger in Sachen Lärm seien stärker zu berücksichtigen – ebenso wie die Gefährdungen durch Erschütterungen in der Bauphase. Es sei völlig richtig, dass Lehrte angesichts der fortwährenden Änderungen der Pläne ein neues Verfahren zur Beteiligung von Öffentlichkeit und Stadt gefordert und sich letztlich damit auch durchgesetzt habe.

Die Lehrter Bevölkerung habe eine Megahub-Anlage verdient, die die Belastungen insbesondere im Lärmschutz auf das Geringste beschränke, forderte Licht weiter. Hermann Hoffmann (CDU) nannte das nun verabschiedete Papier der Stadt ein „deutliches Signal für das Eisenbahnbundesamt“. Die Aufsichtsbehörde muss die veränderten Planungen der Bahn sowie die dazugehörigen Gutachten sowie die Lehrter Stellungnahme nun bewerten.

Insbesondere Grünen-Fraktionschef Ronald Schütz sparte nicht mit Rügen für die Bahn wegen der mehrfach nachgebesserten Megahub-Planungen. Insbesondere kritisierte er jene Experten des Unternehmens, die unlängst in einer öffentlichen Sitzung in Lehrte auftraten und Fragen zum Megahub nur zögerlich und verklausuliert beantworteten. Schütz nannte sie „Märchenerzähler“ und „Meister der Verschleierung“. Lehrte aber lasse sich „nicht verklappsen“. Er prognostizierte, die Stadt werde den durch den Megahub entstehenden Schwerlastverkehr deutlich zu spüren bekommen. Es sei richtig und wichtig jeden planerischen Schritt kritisch zu begleiten und zu kommentieren.